Flüchtlingsvortrag stößt auf großes Interesse

Frank Lubowitz

Frank Lubowitz aus Apenrade

Elmshorn – Der Vortrag des Historikers Frank Lubowitz aus Apenrade stieß am Elmshorner „Forum Baltikum – Dittchenbühne“ auf großes Interesse: Mehr als sechzig Besucher waren gekommen um das Referat über deutsche Flüchtlinge in den Jahren 1945 bis 1949 zu hören.

Der Referent schilderte die Zustände in den dänischen Flüchtlingslagern, in denen von 1945 bis 1949 eine viertel Million Menschen aus Ost- und Westpreußen untergebracht waren. Das größte Lager befand sich in Oksböhl, wo bis zu 40000 Personen lebten. Dort gab es eine eigene Verwaltung mit Bürgermeister, Landespolizei, Schulen und ein kleines Theater. Lubowitz berichtete, dass die Flüchtlinge in Dänemark in der Zeit besser versorgt waren als in der britischen Besatzungszone. Trotzdem starben 13500 Flüchtlinge – darunter auch ganz viele Kinder – an Keuchhusten, Durchfall oder Unterernährung in den Lagern im Nachbarland.

Dänemark wollte die Deutschen möglichst schnell nach Deutschland abschieben, doch die westlichen Besatzungsmächte verweigerten den Zuzug der Flüchtlinge bis 1949 – und eine Rückkehr in ihre Heimat im Osten ließen Sowjetunion und Polen nicht zu.

Lubowitz informierte darüber, dass die dänische Königin kürzlich das ehemalige Flüchtlingslager Oksböhl mit dem deutschen Friedhof besucht habe. „Die Königin setzt sich dafür ein, dass dort ein Museum entsteht – eine schöne Geste!“

Bei der anschließenden Diskussion gaben eine Teilnehmer ihre persönlichen Lagererfahrungen in Dänemark wieder, denn unter den Gästen waren etwa zwanzig Personen die selbst in dänischen Flüchtlingslagern gelebt hatten – manche von ihnen hatten sogar Aufzeichnungen aus ihrer Lagerzeit mitgebracht.

Dittchenbühnen-Chef Raimar Neufeldt informierte darüber, dass Frank Lubowitz im kommenden Jahr wieder zu Gast an der Dittchenbühne sein wird – mit einem Vortrag über einen nordschleswigschen Widerstandskämpfer.