Lessing und Brecht 2017 an der Dittchenbühne

(Elmshorn / 14. Dezember 2016) Zwei große Theaterprojekte bereitet das Elmshorner „Forum Baltikum – Dittchenbühne“ für das kommende Jahr 2017 vor: Im Februar wird „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing Premiere haben, und im Sommer folgt dann „Puntila und sein Knecht Matti“ von Berthold Brecht. Das Publikum kann sich auf zwei Theater-Highlights freuen.

Lessings Drama „Nathan der Weise“ wurde 1783 in Berlin uraufgeführt. Es spielt während des Dritten Kreuzzuges (1189 bis 1192) in Jerusalem und behandelt den nicht nur religiösen Konflikt zwischen Judentum, Christentum und Islam – eine überaus aktuelle Themenstellung. Lessing zeigt, dass Humanität und Toleranz Gräben überwinden und friedliches Miteinander möglich machen können. Am Ende des Dramas wird deutlich, dass alle drei Religionen in einer Familie vertreten und so unzertrennlich miteinander verbunden sind. Die berühmte „Ringparabel“ unterstreicht: Keine Religion ist den anderen überlegen.

Bertolt Brecht (1898 bis 1956) zeigt in dem 1940 geschriebenen Volksstück „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ den Gutsherrn Puntila, den die gesellschaftlichen Umstände dazu zwingen, seine gute Natur zu verleugnen. Puntila kann nur im Rausch menschlich und verständnisvoll agieren – nüchtern ist er ein herzloser Ausbeuter. Als der Gutsbesitzer schließlich dem Alkohol abschwört, verlässt Matti seinen Herrn – überzeugt davon, dass Knechte nur ein erträgliches Leben führen können, „wenn sie erst ihre eigenen Herren sind“. Brecht wollte den „Puntila“ nicht als Tendenzstück inszeniert sehen, sondern so, dass eine kritische Distanz des Zuschauers immer erhalten bleibt.